Urologie

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Definition

Die Urologie ist ein medizinisch-chirurgisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen der Nieren, des Harnleiters, der Harnblase und der Harnröhre beider Geschlechter beschäftigt. Frauen sind deshalb beim Urologen ebenso willkommen wie Männer. 

Die Urologie ist ausserdem die medizinische Disziplin, die für die männlichen Geschlechtsorgane wie die Prostata zuständig ist.

Die Betreuung durch den Urologen reicht von der ersten Diagnose bis zum letzten Kontrolltermin. Der Patient hat also den Vorteil, dass er von Anfang bis Ende seiner Behandlung in derselben Klinik durchgehend von demselben Arzt betreut wird.

Die häufigsten urologischen Erkrankungen sind prostatakrebs und harnwegsinfekte.

 

Prostatakrebs

Definition

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern über 50. Er entwickelt sich im Allgemeinen langsam, und es kommt erst nach Jahren zur Bildung von Metastasen. Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Unter Krebs versteht man die unkontrollierte Entwicklung von Zellen, die auf das umgebende Gewebe übergreifen. Diese Zellen können auch in andere Organe wandern. In diesem Fall spricht man von Metastasen. 

Prostatakrebs beginnt im Allgemeinen im äusseren Teil der Drüse. Deshalb können Anomalien rektal ertastet werden. Unbehandelt kann Prostatakrebs zur Schwellung der Beine durch Behinderung des Abflusses der Lymphflüssigkeit, Knochenschmerzen, aber auch zu Nierenstau und schliesslich zum Tod führen.

Symptome

  • Häufiges Wasserlassen (häufiger Harndrang)
  • Schwächung des Urinstrahls
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • Erektile Dysfunktion
  • Inkontinenz

Untersuchungen

Die einzige Möglichkeit, eine eindeutige Diagnose zu stellen, ist die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Das MRT (Magnetresonanztomographie) ist ein wichtiger Schritt, um den verdächtigen Bereich in der Prostata genauer zu identifizieren. Mithilfe der aufgenommenen Bilder und der Biopsie können wir einen Tumorgrad, das heisst die Aggressivität des Tumors (Gleason-Score), bestimmen und dann eine geeignete Behandlung vorschlagen.

Diagnose und Therapieformen

Beim Prostatakrebs gibt es zwei sehr unterschiedliche Kategorien: den lokal begrenzten und lokal fortgeschrittenen Krebs und den metastasierenden Krebs, der bereits in Zellen anderer Organe gestreut hat. Der lokal begrenzte Krebs ist heilbar, der fortgeschrittene Krebs ist behandelbar, aber er ist langfristig tendenziell therapieresistent. Dank Vorsorgeuntersuchungen werden die meisten neu diagnostizierten Krebserkrankungen heute im Frühstadium erkannt und sind deshalb heilbar.

Vier Möglichkeiten stehen zur Verfügung: 

Active Überwachung
Dieses Vorgehen ist bei Tumoren geeignet, die nicht sehr aggressiv (Gleason-Score unter 7) und nicht tastbar sind und die einen niedrigen PSA-Wert (unter 10) aufweisen. Diese Kriterien werden regelmässig neu bewertet.

Der Vorteil: Keine sofortigen Behandlungen
Der Nachteil: Der Patient muss mit einem unbehandelten Krebs leben. Es besteht das Risiko, dass der Tumor sich schnell verschlimmert.

Operation
Die radikale Prostatektomie ist eine Operation, bei der die Prostata, ihre Kapsel sowie die Samenblasen vollständig entfernt werden. Dabei muss die Blase wieder an den Harnkanal angeschlossen werden (vesikourethrale Anastomose). Die Lymphknoten werden ebenfalls entfernt. Unsere Kliniken bieten Ihnen die roboterassistierte Methode (Da Vinci) an. Bei diesem Verfahren hat der Operateur eine bessere Sicht und kann seine Bewegungen präziser steuern. 

Radiotherapie
Diese Methode wird für Männer über 70 empfohlen, aber sie kann auch bei jüngeren Männern angezeigt sein, bei denen die Operation medizinisch kontraindiziert ist. Die Radiotherapie zerstört die Krebszellen durch Strahlen. Sie kann als innere (Brachytherapie oder Curie-Therapie) oder äussere Bestrahlung (konformale Strahlentherapie) durchgeführt werden. 

Hochintensiver fokussierter Ultraschal (HiFU)
Diese Behandlung ist ideal für kleine, wenig aggressive Tumoren. Focal One ist ein Gerät, das die Ultraschallwellen auf den kranken Teil der Prostata konzentriert und eine Abtragung ohne Operation ermöglicht. Zur Verlaufskontrolle der Behandlung werden MRT und PSA-Bestimmung unter Anwendung des Prinzips der aktiven Überwachung eingesetzt. 

Welche Behandlung zu bevorzugen ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Entscheidung wird nach einem eingehenden Gespräch zwischen dem Patienten und den Behandlern getroffen. Dabei sind unter anderem das Tumorstadium (T) und der Tumorgrad (Gleason) in Betracht zu ziehen. 
Unter Berücksichtigung von Aspekten wie dem Allgemeinzustand des Patienten, seiner Vorgeschichte, den verfügbaren Methoden und der Erfahrung der Ärzte sowie nicht zuletzt der persönlichen Einstellung des Patienten zu den verschiedenen Methoden kann die Behandlung in aller Ruhe gewählt werden.

Betreuung

Bei Swiss Medical Network bieten wir Ihnen Spitzenmedizin. Als eine Behandlungsmöglichkeit steht die roboterassistierte Operation mit dem Da Vinci-System zur Verfügung. Die Prostatektomie mit diesem Operationsroboter ist inzwischen zur Operationstechnik der Wahl geworden, denn die Dissektionsqualität ist entscheidend. 

Die roboterassistierte Methode ermöglicht bessere Sicht (3D) und höhere Präzision (kein Zittern, weniger Bewegungen und kein Hebeleffekt, der sonst auftreten kann, wenn ein klassisches Instrument in die Bauchhöhle eingeführt wird).

Die wichtigsten Vorteile für den Patienten

  • Höhere Sicherheit
  • Präzise Dissektion
  • Kleine Schnitte
  • Kombinierte Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie
  • Weniger Blutungen
  • Weniger Infektionen
  • Weniger Schmerzen
  • Kürzerer Spitalaufenthalt, schneller Rekonvaleszenz

 

Harnwegsinfekte

Definition

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Harnwegsinfekten.

  • Die häufigste Infektion ist die „Zystitis“, die durch das Bakterium Escherichia coli verursacht wird. Dieses Bakterium befindet sich normalerweise im Darm, gelangt über die Darmflora in den Harnleiter und breitet sich in den Harnwegen aus. Die Zystitis ruft eine Infektion des Harnsystems hervor und geht häufig mit einer Urethritis (Harnröhrenentzündung) einher. 
  • Die infektiöse Urethritis ist eine Infektion der Harnröhre. In den meisten Fällen handelt es sich um eine sexuell übertragbare Erkrankung (STD). 
  • Die Pyelonephritis ist eine schwerere Erkrankung, bei der das Nierengewebe entzündet ist. Neben den normalen Symptomen der Zystitis geht sie mit hohem Fieber und starken Schmerzen im unteren Rückenbereich einher. 

Symptome

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen (häufiger Harndrang) 
  • Ständiger Harndrang
  • Schlecht riechender Urin und Störungen beim Wasserlassen
  • Manchmal Blut im Urin
  • Fieber und Schüttelfrost (bei Pyelonephritis)

Therapien

Harnwegsinfektionen werden im Allgemeinen mit Antibiotika behandelt. 

Betreuung

In einem Gespräch fragen unsere Ärzte nach dem Ausmass der Störungen beim Wasserlassen und klären ab, ob es eine Vorgeschichte gibt. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Untersuchung mit Urinteststreifen durchzuführen, der sich gegebenenfalls verfärbt. Werden neutrophile Leukozyten und Nitrite festgestellt, kann die Diagnose durch eine Urin-Zytologie bestätigt werden.

 

Sonstige Gebiete und Erkrankungen, für die der Urologe zuständig ist: 

  • Harnsteine
  • Blasen-, Nieren und Hodenkrebs
  • Harninkontinenz und Miktionsstörungen bei der Frau
  • Gutartige Prostatavergrösserung und Miktionsstörungen beim Mann
  • Männerheilkunde/Andrologie
  • Fruchtbarkeit

 

Akute urologishe Notfälle, die sofort behandelt werden müssen

  • Hodentorsion: Ohne rasche Operation (Hodenfreilegung, Detorquierung und Orchidopexie, Fixierung des Hodens im Hodensack) droht das Absterben des Hodens.
  • Akute Nierenkolik: Verursacht sehr starke Schmerzen; nach Angaben von Frauen, die Kinder geboren haben, sind diese Schmerzen so stark wie Geburtswehen. Die Nierenkolik wird meistens durch Nieren- oder Harnleitersteine ausgelöst; neben der medikamentösen Schmerzbehandlung ist gelegentlich die Einlage einer Harnleiterschiene (Pigtail) nötig.
  • Urosepsis (Blutvergiftung aufgrund einer Entzündung der Harnwege). Geht diese mit einem Nierenstau einher, ist die sofortige Einlage einer Harnleiterschiene erforderlich. 
  • Makrohämaturie: Blut im Urin ist mit blossem Auge erkennbar. 
  • Verletzungen der Genitalorgane: Hier ist der Urologe zuständig für die sofortige, meist operative Korrektur.

 

Noch Fragen? Wir stehen Ihnen gern für weitere Auskünfte zur Verfügung.